Pressemitteilung: Ansteigende Pflegebedürftigkeit im Kreis Paderborn Qualität statt Quantität
 
Während die Pflegebedürftigkeit im Kreis Paderborn vor allem durch den demografischen
Wandel stetig zunimmt und rund 76 Prozent der davon Betroffenen derzeit noch zuhause
versorgt werden, verliert das Berufsbild von Pflegekräften weiterhin an Attraktivität. Zwar
sind an den örtlichen Pflegeschulen Zunahmen der Auszubildenden zu verzeichnen, was aber
nicht als Entwarnung auf dem Sektor zu werten ist.
Sollten wir es nicht schaffen, innerhalb weniger Jahre die benötigten Pflegestellen durch
qualitativ geschultes und motiviertes Personal zu besetzen, droht dem Hochstift ein
Supergau in der Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen.
Vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen, das kümmerliche Gehalt, die körperlichen
Lasten, Überstunden, Teilzeit und Einsatz an Feiertagen und Wochenenden ohne
angemessenen Ersatz oder Aufwandsentschädigung machen den Beruf flächendeckend
unattraktiv! Besonders erschwert sich die Arbeit durch einen völlig unangemessenen
Pflegeschlüssel mit chronischer Unterbesetzung, was zu gehäuften Krankmeldungen führt. In
vielen Betrieben landen, wenn es überhaupt Neueinstellungen gibt, Personen, die den
Pflegeberuf nicht sonderlich ernst nehmen, die bereits zu Anfang durch Fehlzeiten,
Krankschreibungen, fehlende Motivation oder ohne die erforderliche Arbeitsdisziplin
glänzen.
Um Geld einzusparen, ist nicht davon auszugehen, dass Arbeitgeber von sich aus diesen
Missständen entgegentreten werden. Darum sind die zuständigen politischen und
Verwaltungsebenen gefragt zeitnah für Abhilfe zu sorgen. Neben einer Mindestbesetzung
sind vor allem Lohnerhöhungen und notwendige Pflegehilfsmittel ein Muss für jedes
Pflegeheim, wenn es um situationsgerechte und menschenfreundliche Betreuung für
Pflegekräfte und Betroffene geht.